Spezialsysteme: Touratech
Touratech ZEGA Cases und Zega Pro Cases
Zega Cases |
Zega Pro Cases Leicht und doch stabil konstruiert, ist der mit 31 Litern Inhalt verfügbare Koffer komplett aus 1,5 mm
starkem Aluminium gefertigt - wasserdicht, staubdicht und extrem hochwertig verarbeitet. |
Erfahrungen mit Touratech Zega Cases von Volker Buettner
Ich war letztes Jahr in Afrika mit dem Motorrad unterwegs und hatte mir extra
zu diesem Zweck Zega 41l Aluboxen gekauft. Vorteil: Absolut Wasserdicht solange
nichts passiert. Ich hatte nach einigen Stürzen die Koffer ziemlich verbeult,
so dass die Koffer von oben gesehen nicht mehr die Form eines Rechtecks hatten,
sondern eher wie eine Raute. Das hatte zur Folge das die Deckel nicht mehr auf
die Koffer passten und auch nicht mehr zu richten waren. Der Deckel und der
Koffer sind nämlich mit einer Rille versehen die exakt miteinander fluchten
müssen um dicht zu sein. Da aber die Deckel beim Sturz jeweils vom
Kofferunterteil flogen und somit unversehrt blieben, passte der ganze Kram nicht
mehr zusammen. Das sowas natürlich nicht dicht zu kriegen ist ist klar.
("Spaltmaß" ca. 1,5 cm) Da ich anschließend noch durch Mauretanien
mußte und später in der Elfenbeinküste in die Regenzeit kam, kannst Du dir
vorstellen was ich für eine Sauerei in den Koffern hatte. Als ich auf der IFMA
am Touratech Stand wegen dieses Schwachpunktes Kritik äusserte wurde mir
lediglich gesagt das andere Koffer auch nicht besser seien (Punkt, Basta).
Abgesehen davon das ich nach dieser Reise nie mehr mit Koffern fahre, kann ich
nur sagen das z. B. die Tesch bzw. Därr Boxen das bessere System sind. Die
mögen zwar nicht so dicht sein, sind aber im Falle eines Sturzes besser zu
richten. Wie gesagt das sind meine persönlichen Erfahrungen. Ich hatte
unterwegs einen Deutschen kennen gelernt der genau dieses Problem auch hatte
d.h. anscheinend bin ich da kein Einzelfall!
Herbert Schwarz von Touratech hat mit folgendem Text auf
Volkers Erfahrungen geantwortet
[...] In der Rubrik Erfahrungen mit Alukoffern ist sogar ein, für uns nicht
nachvollziehbarer "Leserbrief" von Volker Büttner nachzulesen. Darin
schreibt er von Erfahrungen mit TOURATECH auf der IFMA und über seine
Erfahrungen mit seinen Koffern.
Auf der IFMA 1996 in Köln hatten wir einen Gemeinschaftsstand mit einer anderen
Firma. Wahrscheinlich hatte er eventuell gar kein Gespräch mit einem unserer
Mitarbeiter (ich habe alle, die auf der IFMA waren, darauf angesprochen. Es
konnte sich niemand an ein solches Gespräch erinnern.). Wir hören uns gerne
Erfahrungen und Kritik an unseren Produkten an. Wir sind sogar in gewissem Maße
von solchen Kontakten abhängig um unsere Produkte ständig zu verbessern und
nicht irgendwann einmal am Markt vorbei zu fertigen. Herrn Büttner hätten wir
übrigens auch ein paar Tipps gegeben um sich bei einer Afrikareise mit
undichten Koffern zu behelfen.
Hier also unsere Stellungsnahme über den Erfahrungsbericht von Volker Büttner und unsere Vorschläge. Unsere Koffer lassen sich hervorragend ausbeulen und richten. Das Aluminium, aus dem unsere Koffer gefertigt werden, ist eine ganz besonders zähe Legierung, die auch starke Verformungen rückgängig machen lässt. (siehe auch Bilddatei als Anlage an diesem eMail).
Nach dem Ausbeulen kann es sein, dass der Koffer nicht mehr dicht wird. Dies
ist aber kein prinzipbedingtes Problem unserer Koffer, sondern ein Problem
welches alle Koffer nach Stürzen haben können. Man kann sich aber auch in
solchen Fällen helfen:
TIPP: (im Prinzip auch für andere Alukoffer, die nicht dicht sind, zu
benutzen). Man sucht sich einen Reifenservice für LKWs und fragt nach einem
alten Schlauch. Aus diesem Schlauch schneidet man sich einen Ring von ca. 4 cm
heraus. Man erhält so ein geschlossenes Gummiband welches sich hervorragend um
die Verbindung von Koffer und Deckel spannen lässt. Plötzlich ist alles wieder
dicht. Afrika lebt von der Improvisation.
Nach der Reise muss man dann halt wohl oder übel einen neuen Koffer kaufen. Den
gibt es übrigens ohne Deckel für 200 DM. Es ist also nach solchen Stürzen,
bei denen nicht alles kaputt ist, nicht die ganze Investition umsonst gewesen.
P.S. Volker Büttner hat am 27.12.95 von uns einen Katalog bekommen. Es gab keine weiteren direkten Kontakte. Auch hat er nie etwas direkt bei uns gekauft.
Thomas Flemming:
Hallo Carlo, bin beim surfen gerade auf Deine Seite mit den
Erfahrungsberichten mit Touratech Alukoffern gestoßen und möchte dazu doch
kurz was loswerden. Die Erfahrungen des Herrn Büttner kann ich überhaupt nicht
nachvollziehen. Ich bin selbst mehrfach in Afrika gewesen mit KTM und Touratech
Alukoffern und habe dieselben als extrem robust, stabil, praktisch und auch
wasserdicht erlebt. Vor allem die Befestigung am Rahmen ist sehr stabil, man
braucht sich einfach keine Gedanken mehr zu machen, ob der Koffer im Gelände
oder durch Vibrationen irgendwann mal abfällt. Nur die Original KTM
Kofferhalterung (Hepco Becker) aus 15mm Rohr ist durchvibriert, das 18er Rohr
der Touratechhalterung hält bombig. Nachteilig wirken sich allerdings leere
oder leicht beladene Alukoffer bei Flussdurchfahrten aus. Durch den Auftrieb
verliert das Hinterrad an Grip und die Fuhre verwandelt sich in ein
unkontrollierbares Stück Treibgut. Also entweder vorher ein paar Steine rein
oder fluten. Meine Koffer sind durch diverse Stürze und auch sonst nicht gerade
sanfte Behandlung (Montagebock bei Radwechseln etc.) schon ordentlich verbeult,
aber immer noch dicht. Ich finde gerade die Nut und Feder Abdichtung gut, da
sich der Deckel bei leicht verzogenem Blech quasi selber zentriert. Über einen
Deckel, der im Sand lag, ist mal ein Jeep gefahren, so dass er sich auf ein
"Spaltmaß" von über 3cm verbogen hat, ließ sich mit einem
improvisierten Schraubstock aus 4-Kanthölzern und zwei Schraubzwingen
problemlos richten, ist dicht. Man muss halt improvisieren, gerade in Afrika
gibt es eigentlich nichts, was spätestens der nächste Dorfschmied nicht wieder
hinkriegt. Auch am Motorrad kann viel kaputt gehen bei einer langen Reise,
gerade auch durch Stürze. Wenn der Herr Büttner seinen Koffer nicht mehr
gerichtet bekommen hat, hätte er immer noch unten ein Loch reinbohren können,
dann wäre das Wasser gleich wieder abgelaufen. Für mich ist das jedenfalls
kein "Erfahrungsbericht", ich beschwer mich auch nicht bei KTM, wenn
ich mir mal wieder einen Platten gefahren habe und die Alufelge einen Schlag
bekommen hat, lässt sich übrigens auch wieder richten.
Marco Meier:
Ich möchte mich betreffend der Touratech Alukoffer Thomas Flemmings Meinung
anschließen. Nach 4 Wochen Marokko und einem bösen Sturz (Cirque Jaffar,
heftiger Regen) kann ich über die Koffer und vor allem über die Kofferträger
nur Gutes sagen. Die Träger von Touratech verzogen sich nach dem Sturz und
diversen Umfallern keinen Millimeter. Der eine Koffer war nach dem Sturz zwar
ab, da die Schrauben der Haltevorrichtung aus dem Gewinde gerissen wurden.
Nachdem ich aber 2 Komponenten Klebmasse in die kaputten Gewinde drückte und so
quasi ein neues Gewinde drehen konnte hielt die Sache wieder bombig. Ich bin
seither wieder 10 000 Kilometer gefahren, darunter auch Wellblech und sehe
keinen Grund die so gerichtete Haltevorrichtung auszuwechseln. Mein Fazit: Auch
das beste Produkt kann mal kaputtgehen. Dann aber wenn es ums Improvisieren geht
stellt sich heraus, wie gut ein Produkt wirklich ist, wie einfach es sich
reparieren lässt.
Gruß Marco
Carlo Albrecht
Mittlerweile habe ich viele 10.000 km mit Zega-Boxen an Transalp, Africa Twin und KTM Adventure in Nordafrika und dem Nahen Osten zurückgelegt. Zum Glück musste ich nur einmal bei meinen eigenen Koffern testen, wie gut sie sich ausbeulen lassen. Dafür konnte ich bei Reisepartnern schon mehrmals beim Richten helfen - nicht nur Zegas sondern alle möglichen Marken.
Fast immer waren die Zegas nach der Reparatur sogar dicht, nur einmal war eine der Boxen zwar wieder halbwegs gerade, aber nicht mehr dicht, weil wir uns beim Richten keine große Mühe gegeben hatten, da wir am nächsten Tag wieder europäischen Boden betraten und unser Auto mit Anhänger für den Heimtransport bereit stand.


